Nach dem respektablen Auftritt gestern in Wolfsburg geht es Samstag wieder um Punkte für den Klassenerhalt. Wir sind zu Gast auf Schalke. Hier kommen ein paar Tipps zum Stadionbesuch für Gästefans:

Eintrittskarten

In Freiburg wurden 2200 Karten verkauft. Am Spieltag sind somit die Kassenhäuschen vor dem Gästeeingang (Tor Süd, siehe Grafik unten) ab 13:30 Uhr geöffnet. Es gibt dort auch noch einige hundert Stehplatzkarten.

Anreise

Gästebusse parken auf dem Parkplatz „Gelsenwasser“. Die Parkgebühr für Busse beträgt 20,00€. PKW sowie 9-Sitzer parken kostenlos auf den Parkplätzen E1 und E2, direkt neben dem Parkplatz “Gelsenwasser”. Ins Navigationsgerät sollte die Adresse Berni-Klodt-Weg 1, 45891 Gelsenkirchen eingegeben werden. schalke Vom Hauptbahnhof Gelsenkirchen aus gibt es Shuttle-Busse direkt zum Gästeparkplatz “Gelsenwasser”.

Am Stadion

Stadionöffnung ist 2 Stunden vor Spielbeginn, Ausschließlich Gäste mit Eintrittskarten für den Stehplatzbereich (Blöcke V und W) erhalten Zugang über den Eingang Süd, alle Personen mit Eintrittskarten für Sitzplätze nutzen den Eingang Ost 2. Taschen und Rucksäcke können kostenlos am Gästeeingang abgegeben werden, jedoch ist der Platz beschränkt. Deshalb wird geraten, wertvolle Gegenstände entweder zu hause oder im Bus zu lassen. Am Eingang Süd werden stichprobenartig Atemalkoholkontrollen durchgeführt. Fans bei denen ein Alkoholgehalt von mehr als 1,6 Promille festgestellt wird, wird der Einlass verweigert.

Verpflegung

Es empfiehlt sich vor dem Eintritt ins Stadion zu essen und zu trinken, da im Stadion selbst nur mit einer sogenannten “Knappenkarte” bezahlt werden kann.

Fanmaterial

Doppelhalter sind ebenso erlaubt wie kleine Fahnen mit einer Stocklänge bis 2m und 3 cm Durchmesser.

Wie alt ist eigentlich das Dreisamstadion? Feiert es dieses Jahr den 60.Geburtstag oder erst nächstes Jahr? Diese Fragen und mehr waren Grund genug für uns, den Leiter des Archiv des SC Freiburg e.V. Uwe Schellinger in einem Interview zur Geschichte des Dreisamstadion zu befragen.

Herr Schellinger, wo spielte der SC Freiburg bevor er die Spielstätte an der Schwarzwaldstraße bezog?

In der langen Geschichte des SC Freiburg gab es schon eine ganze Reihe von Spielstätten. Vor und während des Ersten Weltkriegs spielte der 1912 aus einer Fusion zweier Vorgängerclubs entstandene Verein auf den „Eschholzwiesen“ im Stühlinger. Nach dem Krieg konnte man als Fußballabteilung der Freiburger Turnerschaft zunächst ein Gelände an der Schwarzwaldstraße nutzen (alter Messeplatz). Schließlich spielte man seit 1928 im Winterer-Stadion beim Freiburger Flugplatz, das man zuerst gemeinsam mit dem Polizei-Sportverein, dann ab 1930 allein unterhielt. Nach der eher unfreiwilligen Aufgabe des Winterer-Stadions war man seit 1936 sozusagen heimatlos gewesen. In der Zeit ohne eigenen Platz trug man seine Spiele auf verschiedenen Plätzen in der Stadt aus und wurde vor allem vom Freiburger FC und von der Freiburger Turnerschaft immer wieder unterstützt. Da man als Verein keinen festen Standort in der Stadt hatte, konnte man übrigens auch das 50-jährige Vereinsjubiläum 1954 nicht angemessen feiern.

Seit wann spielt der SC Freiburg an seinem jetzigen Standort?

Nach Vorverhandlungen mit der Stadtverwaltung und den seit 1953 andauernden Bauarbeiten konnte der Verein im September 1955 an der Dreisam einen neuen eigenen Fußballplatz neben dem Strandbad beziehen. Am 4. September 1955 erfolgte die offizielle Übergabe des Geländes durch die Stadt (OB Wolfgang Hoffmann) an den SC Freiburg (Präsident: Karl Argast). An diesem Festtag präsentierte sich der neue Platz – so berichtete es die die Vereinszeitschrift „SC-Rundschau“ – „den Freiburgern als wahres Schmuckkästchen“.

Ist Ihnen bekannt wie die ersten Ränge des Stadion damals entstanden sind?

Es handelt sich dabei um Stehränge aus steineren Stufen. Offenbar haben der Verein bzw. seine Mitglieder enorm viele Eigenarbeiten beim Aufbau des neuen Platzes geleistet. In der SC-Rundschau vom 1. September 1955 sind annährend 70 sogenannte „Platzarbeiter“ namentlich genannt, die mit unzähligen Arbeitsstunden beim Ausbau des neuen Platzes mitgeholfen haben. Es gibt verschiedene Fotografien, welche diese Arbeiten schön dokunmentieren. Hinzu kamen mehrere Freiburger Firmen, die wohl uneigennützig Material zur Verfügung stellten. Besondere Erwähnung fanden zudem auch die Frauen vieler SC-Mitglieder, die tatkräftig zum Gelingen des Projekts „SC-Platz“ beitrugen.

Würde der SC Freiburg heute ein neues Stadion beziehen, so würde die Eröffnung sicherlich große Feierlichkeiten nach sich ziehen. Wie war das damals?

Das muss man sich für 1955 sicherlich eine ganze Nummer kleiner vorstellen. Geschätzte 1500 Zuschauer waren an diesem Tag zugegen und verfolgten danach auch das erste Spiel auf dem neuen Spielgelände, das der SC in einer Amateurligapartie allerdings mit 0:2 gegen den Offenburger FV verlor. Abends wurde im bekannten Gasthaus „Jägerhäusle“ in Herdern in Form eines „Familienabends“ ein Fest anlässlich der freudigen Ereignisses gefeiert, zu dem zahlreiche Ehrengäste geladen waren und zu dem zahlreiche Glückwünsche und Geschenke eintrafen.

Wann wurde der Name Dreisamstadion zum ersten Mal erwähnt?

Wie es erst einige Jahre später zur durchaus naheliegenden Benennung „Dreisamstadion“ kam, ist momentan noch nicht vollständig geklärt. Es liegen leider keine Protokolle des Vereinsvorstands aus den betreffenden Jahren mehr vor, die darüber Auskunft geben könnten. Möglicherweise könnten hier noch ehemalige SC-Spieler Auskunft geben oder es ist in der Tagespresse von damals etwas darüber zu lesen. Lange hieß der Fußballplatz schlicht und einfach „SC-Platz“, manchmal auch „SC-Platz am Strandbad“. In der SC-Vereinszeitschrift „Rundschau“ erscheint dann jedenfalls zum allerersten Mal im November 1967 die offizielle Bezeichung „Dreisamstadion“. Es ist gut möglich, dass die Bezeichnung durch die 1964 errichtete Vereinsgaststätte „Dreisamblick“ in gewisser Weise vorbereitet wurde, dies ist aber nur eine Vermutung. Den Namen „Dreisamstadion“ gibt es also demnach mit hoher Wahrscheinlichkeit erst seit dem Jahr 1967.

In letzter Zeit hörte man in SC-Kreisen immer wieder, dass das Dreisamstadion in diesem Jahr seinen 60.Geburtstag feiern würde. Wie konnte es zu dieser falschen Annahme kommen?

Das lässt sich nur vermuten. In den Jubiläums-Festschriften der Jahre 1979 und 1984 wird kein konkretes Datum für den Erstbezug des SC-Platzes genannt. Erste Bücher zur Vereinsgeschichte (1993 von Kauer oder 2002 von Nachbar/Schnekenburger) nennen dann aus unerfindlichen Gründen das falsche Jahr 1954. Interessanterweise hatte der frühere SC-Archivar Peter Martin dementgegen in einem Manuskript im Januar 2004 („Kurzfassung der Geschichte des SC Freiburg“) das richtige Datum 4.9.1955 dokumentiert. Im selben Jahr findet sich dann aber im Jubiläumsbuch „100 Jahre 90 Minuten“ leider wieder das falsche Datum 1954. Mit dieser wichtigen und ansonsten sehr empfehlenswerten Publikation war das falsche Datum dann lange Jahre gewissermaßen unhinterfragt autorisiert und verbreitete sich wie selbstverständlich in viele Kanäle weiter.

Früher stand anstelle der heutigen Südtribüne noch die alte Holztribüne. Gab es zu dieser Zeit noch andere Tribünen im Stadion oder wurde die einzige Tribüne damals tatsächlich hinters Tor gebaut und nicht auf die Längsseite des Spielfeld?

Erste Sitzplätze soll es seit der Saison 1969/70 gegeben haben. Eine erste überdachte Tribüne für rund 500 Zuschauer entstand dann 1970/1971 tatsächlich auf der Südseite des nunmehr „Dreisamstadion“ genannten Spielfeldes.

Wie kann man das Archiv des SC Freiburg unterstützen?

Wir vom SC-Archiv freuen uns selbstverständlich über jegliche originalen Materialien, Dokumente, Fotografien, die dazu beitragen können, die Vereinsgeschichte des SC Freiburg, seiner Mitglieder und Fans zu dokumentieren. Die früher monatlich erscheinende Vereinszeitschrift „SC-Rundschau“ stellt nicht nur in den obenstehenden Zusammenhängen über rund fünf Jahrzehnte eine der wichtigsten Quellen zur Geschichte des SC Freiburg dar. Leider ist dieses wichtige Zeitschrift aber im Archiv des SC aus verschiedenen Gründen nicht vollständig vorhanden. Viele Ausgaben fehlen gegenwärtig. Insofern sind wir derzeit besonders auf der Suche nach alten „Rundschau“-Ausgaben. Kontakt unter: archiv@scfreiburg.com oder u.schellinger@scfreiburg.com

Vielen Dank für das interessante Interview, Herr Schellinger!

Die Nordtribüne im November 1988
Die Gegengerade im November 1988 (dort standen damals auch Gästefans, wie an den Zaunfahnen zu sehen ist)